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Sie sind hier: Startseite Unsere Leistungen Testen Sie Ihr Interaktionswissen Antihistaminika und Torsade de Pointes

Antihistaminika und Torsade de Pointes

Welche Antihistiminika haben das Potential zur Verlängerung des QT-Intervalls, resp. ein erhöhtes Risiko für kardiale Arrhythmien, insbesondere Torsade de Pointes?

Antihistaminika gehören zu den Wirkstoffklassen, die mit Verlängerungen des QT-Intervalls und einem erhöhten Risiko für kardiale Arrhtythmien, insb. Torsades de Pointes (TdP), in Verbindung gebracht werden.

Eine detailliertere Betrachtung der Datenlage zeigt jedoch auf, dass für die wenigsten Vertreter aus dieser Substanzklasse tatsächlich ein proarrhythmogenes Potential gezeigt wurde.

QT-Verlängerungen: Primär betroffene Substanzen:

Gemäss den Arizona CERT QT Drug Lists besteht bei folgenden Substanzen ein erhöhtes Risiko für Überleitungsstörungen:

  • Astemizol (2. Generation): „Drug with Risk“,derzeit (05.2011) weltweit ausser Handel
  • Terfenadin (2. Generation): „Drug with Risk“, derzeit (05.2011) mit Ausnahme weniger Länder (Serbien, Spanien, Aegypten, Tschechische Republik) ausser Handel
  • Diphenhydramin (1. Generation): „Drug with Conditional Risk“, aufgrund ausgeprägter sedierenden Wirkungen als Sedativum eingesetzt.

Andere Quellen (z. B. SADS, Fachinformation) nennen auch Azelastin, Ebastin oder Mizolastin als potentiell proarrhythmogene Substanzen.

Klinisch relevante Interaktionen:

  • Pharmakodynamisch: Erhöhtes Risiko für TdP mit  z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Cisaprid, Malaria-Mittel, Neuroleptika (s. Arizona CERT, SADS)
  • Pharmakokinetisch: Plasmaspiegelanstieg von Astemizol und Terfenadin mit erhöhtem Risiko für TdP mit  Hemmer des CYP3A: z. B. Makrolid-Antibiotika, Azol-Antimykotika

Cetirizin und Loratadin: Risiko kardialer UAWs:

Es gibt Hinweise dafür, dass Loratadin gewisse K+-Kanal-blockierende und somit proarrhythmogene Eigenschaften aufweist. Die Datenlage hierzu ist jedoch nicht eindeutig. Gemäss Herstellerangaben gelten die meistverwendeten Anthistaminika Cetirizin und Loratadin sowie deren aktive Enantiomere Levocetirizin und Desloratadin bezüglich kardialer UAWs als unproblematisch.

Referenzen:

  • Smith SJ 1994: Cardiovascular toxicity of antihistamines
  • Husain Z et al. 2010: Diphenhydramine induced QT prolongation and torsade de pointes: An uncommon effect of a common drug.
  • Crumb WJ Jr. 2000: Loratadine blockade of K(+) channels in human heart: comparison with terfenadine under physiological conditions
  • Tagliatela M et al. 1998: Molecular basis for the lack of HERG K+ channel block-related cardiotoxicity by the H1 receptor blocker cetirizine compared with other second-generation antihistamines
  • Woosley RL 1996: Cardiac actions of antihistamines
  • s. auch mediQ-Glossar Long QT Syndrom

 

Siehe auch Arzneimittelkompendium der Schweiz sowie Fachinformation (D), Ami-Info.at (A) oder Online Suche Arzneispezialitäten (A

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